Eine Landingpage (oder Zielseite) ist eine Webseite, die einer spezifischen Zielgruppe ein konkretes Angebot präsentiert und zu einem klar definierten nächsten Schritt führt. Das kann eine Angebotsanfrage, eine Terminbuchung, eine Anmeldung oder ein direkter Kauf sein.
Ihr Erfolg sollte daher nicht allein danach beurteilt werden, wie viele Personen sie aufgerufen haben. Entscheidend ist, ob die richtigen Personen das Angebot verstanden haben und ob Anfragen generiert wurden, aus denen sich echte Geschäftsmöglichkeiten ergeben.
Wann ist eine Landingpage besser als die Startseite?
Wenn Sie in einer Werbeanzeige eine einzelne Dienstleistung bewerben, sucht der Interessent in der Regel genau nach deren Details. Auf einer Startseite, die viele verschiedene Leistungen präsentiert, müsste er diese erst mühsam suchen. Auf einer zielgerichteten Landingpage sieht er unmittelbar die Fortführung des ursprünglichen Angebots.
Typische Einsatzbereiche sind die Einführung einer neuen Dienstleistung, die Ansprache einer bestimmten Branche, Event-Registrierungen oder eine klar umrissene Kampagne.
Möchte der Besucher hingegen das gesamte Unternehmen kennenlernen, mehrere Lösungen vergleichen und Referenzen prüfen, bietet eine vollständige Unternehmenswebsite oft den besseren Weg. Beide Seitentypen können auch Hand in Hand arbeiten.
Was sollte die Kernbotschaft der Seite sein?
Der Einstiegsbereich sollte kurz vermitteln, wem Sie helfen, in welcher Situation und was der nächste Schritt ist. Benennen Sie statt vager Floskeln eine konkrete Aufgabe.
Ein fiktives B2B-Wartungsunternehmen könnte beispielsweise statt „Ihr verlässlicher Partner für die Zukunft“ schreiben: „Industrielle Maschinenwartung für Fertigungsbetriebe“. Im folgenden Satz lässt sich der Umfang der Leistungen präzisieren. Dies ist kein vollständiger Werbetext, sondern ein Beispiel dafür, wie ein Angebot sofort verständlich wird.
Die Anzeige, die Überschrift der Seite und der Button-Text müssen auf demselben Versprechen aufbauen. Verspricht die Anzeige ein unverbindliches Erstgespräch, sollte nach dem Klick nicht plötzlich der Kauf einer völlig anderen Dienstleistung verlangt werden.
Wie sollte eine Landingpage aufgebaut sein?
Die folgende Struktur ist ein bewährter Ausgangspunkt, der an die Komplexität des Angebots angepasst werden kann:
- Angebot und primärer Call-to-Action. Was erhält der Interessent und wie startet er?
- Zielgruppenfokus. Für welche Situation oder Herausforderung ist die Dienstleistung ideal?
- Leistungsumfang. Was genau ist enthalten – und was gehört nicht dazu?
- Der Ablauf. Was passiert nach der Anfrage?
- Social Proof und Belege. Echte Referenzen, nachprüfbare Ergebnisse oder Einblicke in die Arbeitsmethodik.
- Entscheidungskriterien. Preisrahmen, Voraussetzungen, Vorbereitung und Verantwortlichkeiten.
- Anfrageformular. Ein kurzes, funktionsfähiges Formular mit klarer Rückmeldung.
Präsentieren Sie nur solche Ergebnisse und Kundenstimmen, die Sie auch belegen können. Ist ein Angebot neu, können die Methodik oder ein klar als solches gekennzeichnetes Fallbeispiel helfen – stellen Sie dies jedoch niemals als tatsächliche Kundenreferenz dar.
Welche Fragen gehören in das Anfrageformular?
Fragen Sie nur so viele Informationen ab, wie für den nächsten sinnvollen Schritt erforderlich sind. Neben Name und Kontaktdaten ist oft eine kurze Frage zur konkreten Problemstellung hilfreich. Wird eine Dienstleistung nur an bestimmten Standorten angeboten, sollte auch der Standort erfragt werden.
Ein zu langes Formular erhöht die Abbruchquote. Ein zu kurzes Formular wiederum kann viele unqualifizierte Anfragen erzeugen, deren Nachbearbeitung viel Zeit kostet. Finden Sie die richtige Balance basierend auf Ihrem Vertriebsprozess.
Der Button sollte die genaue Aktion benennen: beispielsweise „Erstberatung anfordern“ oder „Anfrage absenden“. Nach dem Absenden muss klar ersichtlich sein, dass die Daten eingegangen sind und welcher Schritt als Nächstes folgt. Versprechen Sie nur Reaktionszeiten, die Sie verlässlich einhalten können.
Warum ist eine separate mobile Prüfung unverzichtbar?
Auf schmalen Bildschirmen können lange Intro-Texte, überdimensionierte Bilder oder störende Pop-ups das Formular verdecken. Besucher benötigen gut lesbare Texte, leicht tippbare Buttons und komfortabel ausfüllbare Eingabefelder.
Testen Sie den gesamten Ablauf: Seitenaufruf, Erfassen des Angebots, Ausfüllen des Formulars, Fehlermeldungen und erfolgreiches Absenden. Prüfen Sie auch, wie sich die Seite bei langsamer Internetverbindung verhält und was passiert, wenn fehlerhafte Daten eingegeben werden.
Bei der Geschwindigkeitsoptimierung sollte das schnelle Laden der für den Nutzer relevanten Elemente im Fokus stehen. Unser Leitfaden zur Website-Geschwindigkeit bietet hierzu weiterführende Einblicke.
Wie misst man qualifizierte Anfragen richtig?
Erfassen Sie den Klick auf den Button, den Beginn des Ausfüllens und das erfolgreiche Absenden als separate Events. Wer nur den Klick auf den Button misst, wertet fälschlicherweise auch abgebrochene oder fehlerhafte Versuche als Erfolg.
Im Vertrieb sollte zudem dokumentiert werden, welche Anfragen relevant waren, woraus Termine, Angebote und letztlich Neukunden entstanden sind. Erst dadurch wird die tatsächliche Leistung aus Werbeanzeige und Landingpage sichtbar.
Zur Veranschaulichung: 20 Anfragen bei 1.000 Besuchern entsprechen einer Conversion-Rate von 2 %. Wenn davon 8 Anfragen exakt zum Angebot passen, liegt die Rate qualifizierter Leads bei 0,8 %. Dies ist ein Rechenbeispiel und kein Marktstandard oder Richtwert.
Beide Kennzahlen sind nützlich, beantworten jedoch unterschiedliche Fragen. Bei der Conversion-Optimierung sollten daher neben dem Formular stets auch die Qualität des Traffics und das Kernangebot analysiert werden.
Braucht eine Landingpage Suchmaschinenoptimierung (SEO)?
Wenn die Seite eine langfristige Suchnachfrage bedient, lohnt es sich, sie als eigenständige, wertvolle Zielseite zu konzipieren. Sie sollte ein klares Thema, eine präzise Überschrift und barrierefreie Inhalte aufweisen.
Bei Varianten für kurzfristige Kampagnen sollte bewusst über die Indexierung entschieden werden. Vermeiden Sie es, zahlreiche fast identische Seiten zu erstellen, bei denen lediglich Städtenamen oder wenige Keywords ausgetauscht werden. Der Inhalt muss der tatsächlichen Situation der Zielgruppe entsprechen.
Bezahlte Anzeigen bringen schneller Besucher auf die Seite, für organischen Suchmaschinentraffic ist jedoch eigenständige SEO-Arbeit erforderlich. Die Rollen beider Ansätze beleuchten wir in unserem Vergleich zwischen SEO und SEA.
Was sollten Sie zuerst optimieren, wenn zu wenige Anfragen eingehen?
Stellen Sie zunächst sicher, dass Formular und Tracking einwandfrei funktionieren. Prüfen Sie anschließend, ob die richtigen Besucher auf die Seite gelangen und das für sie bestimmte Angebot sofort wiedererkennen.
Bei geringem Traffic liefern Nutzerfeedback und Usability-Beobachtungen oft wertvollere Erkenntnisse als verfrüht ausgewertete A/B-Tests. Wenn Sie testen, legen Sie die primäre Metrik und die Auswertungskriterien vorab fest. Küren Sie keine Gewinner-Variante anhand eines einzelnen erfolgreichen Tages.
Häufig gestellte Fragen
Darf eine Landingpage ein Navigationsmenü haben?
Ja, sofern es die Entscheidungsfindung unterstützt. Der primäre Pfad der Seite sollte jedoch eindeutig bleiben, damit Besucher das im Rahmen der Kampagne beworbene Angebot nicht aus den Augen verlieren.
Funktioniert eine kurze oder lange Landingpage besser?
Das hängt von der Komplexität des Angebots und dem Vorwissen der Zielgruppe ab. Es sind genau so viele Informationen nötig, wie für den nächsten Schritt erforderlich sind; die Seitenlänge allein ist kein Erfolgsfaktor.
Was kostet eine Landingpage?
Texterstellung, Design, Funktionalitäten, Integrationen und Tracking bestimmen den Aufwand. Für vergleichbare Angebote müssen dieselben Leistungsumfänge zugrunde gelegt werden.
Reicht ein einfacher Kontakt-Button?
Bei simplen Angeboten kann dies für den nächsten Schritt genügen – es muss jedoch gemessen werden, ob die Kontaktaufnahme tatsächlich stattgefunden hat. Ein Klick auf den Button ist noch kein Lead.
Wann sollte man eine separate Seite für eine andere Zielgruppe erstellen?
Wenn sich das Angebot, die Problemstellung oder die benötigten Nachweise wesentlich unterscheiden. Der reine Austausch einzelner Keywords rechtfertigt keine separate Seite.
Möchten Sie eine Landingpage für eine konkrete Dienstleistung erstellen? Teilen Sie uns mit, an wen sich Ihr Angebot richtet und welche Anfragen Sie generieren möchten. Darauf stimmen wir Inhalt, Funktionalität und Erfolgsmessung exakt ab.
