Kurz gesagt
Eine App entsteht in neun Schritten: Ziel, Nutzer, Funktionsliste, Datenmodell, erste Version, wöchentliche Iterationen, Tests, Launch und Weiterentwicklung. Mit KI-gestützter Entwicklung ist eine klar umrissene erste Version in Wochen fertig. Die meisten Projekte geraten nicht beim Programmieren ins Stocken, sondern am Anfang, wenn niemand entschieden hat, was die erste Version können muss.
1. Das Ziel: Welches Problem löst die App?
Beginne nicht mit Funktionen, sondern mit einem Satz: „Mit der App kann [wer] [was] [wie viel schneller oder besser] erledigen.“ Zum Beispiel: „Unsere Kunden fordern in 2 Minuten ein Angebot für eine gebrauchte Maschine an, mit Fotos und ohne Anruf.“
Dieser Satz ist auch dein Maßstab: Genau das misst du nach dem Launch.
2. Nutzer und Rollen
Wer meldet sich an, und wer sieht was? Eine typische Business-App hat drei Rollen: Admin (sieht alles), Mitarbeiter (sieht die eigenen Aufgaben) und Kunde (sieht nur die eigenen Daten). Schreib die Berechtigungen jetzt auf, denn später ist das die teuerste Änderung.
3. Funktionsliste, und was draußen bleibt
Schreib alles auf, was dir einfällt, und teile es in drei Gruppen:
- Unverzichtbar: Ohne das erreicht die App ihr Ziel nicht.
- Wäre schön: kann in der zweiten Runde kommen.
- Später: nur, wenn die Nutzer danach fragen.
In die erste Version kommt nur die erste Gruppe. Das ist das MVP, dazu gibt es einen eigenen Artikel.
4. Das Datenmodell
Welche Daten speichert die App, und wie hängen sie zusammen? Zum Beispiel: Ein Kunde hat mehrere Bestellungen, eine Bestellung hat mehrere Positionen und einen Status. Dieser Schritt ist unsichtbar, entscheidet aber, ob die App später wachsen kann.
Eine der wichtigsten Lehren aus unserem eigenen Produkt DogDietLab war genau das: Statt einer großen „Hund“-Tabelle wurden Hund, Tagebuch, Ernährungsempfehlung, Halter und Expertenprüfung getrennt, und erst dadurch wurde die App wartbar.
5. Die erste funktionierende Version
Wir beginnen nicht mit Skizzen und wochenlangem Design, sondern mit einer funktionierenden ersten Version zum Durchklicken, mit echter Datenbank. So siehst du früh, ob die Richtung stimmt, und musst nicht anhand eines Bildes entscheiden.
Mit KI-gestützter Entwicklung geht das schnell: Die erste funktionierende Version von DogDietLab entstand in etwa zwei Wochen.
6. Wöchentliche Iterationen mit Live-Vorschau
Ab hier geht es in kleinen, getesteten Schritten weiter. Jede Woche gibt es in einer Live-Vorschau etwas zum Ausprobieren, und dein Feedback bestimmt den nächsten Schritt. Kommt eine neue Idee, bepreisen und planen wir sie, statt sie nebenbei einzuschieben.
7. Tests
Vor dem Launch prüfen wir:
- Berechtigungen: Jede Rolle sieht nur, was sie sehen soll.
- Formulare und E-Mails: Jedes Formular speichert, jede Benachrichtigung kommt an.
- Auf dem Smartphone: Die Hauptabläufe funktionieren mobil.
- Fehlerhafte Eingaben: Was passiert bei falschem Format oder einem leeren Feld?
- Logik von Hand: Jede Berechnung prüfen wir manuell. KI kann Code schreiben, der richtig aussieht und trotzdem das falsche Feld zählt.
8. Launch
Domain, Tracking (damit du siehst, wie viele die App wie nutzen), Backups, Datenschutztexte und bei öffentlichen Seiten eine Struktur, die Google lesen kann. Agrider ging zum Beispiel in 5 Sprachen mit 2.463 URLs in der Sitemap live.
9. Nach dem Launch
Die ersten Wochen zeigen am meisten: was genutzt wird, wo Nutzer hängen bleiben, was sie sich wünschen. Plane dafür eine vereinbarte Supportphase und ein Budget für die Weiterentwicklung ein.
Wie lange dauert jeder Schritt?
| Schritt | Typische Dauer bei einem MVP |
|---|---|
| Ziel, Nutzer, Funktionsliste | 1–3 Tage, mit ein bis zwei Gesprächen |
| Datenmodell | 1–2 Tage |
| Erste funktionierende Version | 1–3 Wochen |
| Iterationen und Tests | 1–3 Wochen |
| Launch | ein paar Tage |
Das sind Richtwerte. Ein größeres System dauert länger, aber auch dort gibt es in den ersten Wochen einen funktionierenden Teil zum Ausprobieren.
Wo scheitern Projekte?
- Niemand hat entschieden, was draußen bleibt. Jede neue Idee kommt in die aktuelle Runde, und die erste Version wird nie fertig.
- Es gibt keine entscheidende Person. Wenn drei Leute Verschiedenes sagen, steht die Entwicklung.
- Das Datenmodell ändert sich spät. Das ist die teuerste Änderung, deshalb nehmen wir uns am Anfang Zeit dafür.
- Keine Tests mit echten Nutzern vor dem Launch.
Selbst angefangen und festgefahren?
Viele starten heute mit einem KI-App-Builder, und das ist ein guter Anfang. Schwierig wird es meist, wenn echte Nutzer, Berechtigungen und Live-Daten dazukommen. Dann starten wir mit einer kurzen Prüfung (Datenmodell, Logik, Sicherheit) und machen ein Festpreisangebot für Korrektur und Fertigstellung.
Häufige Fragen
Brauche ich ein Lastenheft für den Start?
Nein. Aus einem 30-minütigen Gespräch, dem Ziel und einer groben Funktionsliste erstellen wir das aufgeschlüsselte Angebot und den Umfang der ersten Version.
Wie viel Zeit muss ich während der Entwicklung investieren?
Etwa eine Stunde pro Woche, um die Live-Vorschau zu testen und Feedback zu geben, plus kurze Antworten, wenn eine Frage auftaucht.
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